Meditation ist das Sein im Nichts. Alles andere entspringt der Fantasie.
Wer zur Meditation gelangen möchte, hat verschiedene Wege.
Erster Weg: Sich ins Nichts zu tun
Rigoros und unbedingt. Das gelingt selten, weil der Mensch sich dabei selbst hypnotisiert. Doch er kann aus dieser Selbsthypnose erwachen und in die Meditation eintreten. Man landet im Nichts. Das kann dauern.
Zweiter Weg: Eine Vorgabe machen
Zum Beispiel: „DAS IST ES“. Von Erkenntnis zu Erkenntnis sich durcharbeiten und immer wieder feststellen: Jede Erkenntnis ist auf ihre Art gut, sinnvoll, vielleicht sogar ein Irrtum – doch in Wirklichkeit absolut überflüssig. Man landet im Nichts. Das kann dauern, bis man diese Einsicht gewinnt.
Dritter Weg: Das Ego überwinden
Ich setze mich hin, atme und überwinde mein Ego. Das kann beispielsweise langweilig werden; deshalb bildert man, produziert Gedanken, erlebt Empfindungen – alles, wie es im Buche steht. Man kann es auch Meditation nennen, ist es jedoch nicht. Diese Erkenntnis braucht Zeit und nützt wenig oder nichts. Dann ist man im Nichts. Das heißt dann wirklich Meditation. Das dauert. Dabei kann viel geschehen – sprich: vorbeigehen.
Eine beliebte Art der Meditation (eigentlich: Nicht-Meditation)
Man nehme ein Mantra – das ist ein unbekanntes, für den Sprachgebrauch unsinniges Wort – und versuche, es zu verstehen oder die Energie des Wortes zu entschlüsseln. Man erreicht eine Energie, hält sie für DIE Erkenntnis, wird von ihr überflutet und erfasst. Man sitzt darin, in diesem Etwas, diesem Erleben, das nichts und hell ist. Doch man selbst ist nicht hell geworden. Und: Man kann behaupten, das Mantra „verstanden“ zu haben – was nicht zu verstehen ist.
Es hat bestenfalls etwas mit einer Konzentrationsübung zu tun. Dann sollte man, um die Übung zu beenden und in die Meditation zu gelangen, den Irrtum hinter sich lassen und zur Meditation werden.
Oder noch etwas:
Sich dreimal am Morgen vor einer Statue verneigen, etwas Geheimes flüstern und sich ohne Sinn und Zweck auf den nächsten Morgen freuen. Das kommt meines Erachtens dem am nächsten, was Meditation ist.
Es gibt noch sicherlich noch viele andere Wege zur Meditation, alle sind (wahrscheinlich) irgendwie richtig.
Merke: Es sind Wege zur Meditation. Es ist keine Meditation, obwohl es immer wieder behauptet wird!
Niemand weiß definitiv, was Meditation ist, außer man hat es erfahren.
Meditation hat keinen Grund, braucht keinen Grund, ist ohne Bedingung und obendrein auch ohne Sinn und Ziel.
Doch: Lasse sich niemand beirren. Meditation ist eine unabdingbare Notwendigkeit, um zu seinem Selbst zu kommen. (Anmerkung: Es ist weder männlich noch weiblich noch sonst etwas!)
Und: Jeder Irrtum, jede Erkenntnis, die auf dem Weg stattfindet und ausgeräumt wird, ist ein Gewinn. Zunächst mag man es nicht bemerken, doch mit der Zeit wird es immer klarer.
Deswegen: Jede Art der Meditation (außer Rumdösen) bringt weiter auf dem Weg, wo es keinen Weg mehr gibt.
Nötig ist: Der Wille, sich zu erreichen; die sozialen Bedingungen, die das zulassen; die Stabilität und Zuverlässigkeit, mit der man „dabei“ bleibt.
Etwas Unmögliches: Du hast die Macht und willst trotzdem nicht herrschen. Du willst ankommen, kennst aber nicht das Ziel. Dir wird klar, dass du hier und auf der Stelle schon angekommen bist.
Es ist zuviel.
Ich höre nicht auf, was nicht zu vollenden ist.